HERFORD - aktuell


Anonyme SpurensicherungHerford -

Neuer Flyer und Plakate informieren über Möglichkeiten im Kreis Herford

 Neuer Flyer gegen häusliche Gewalt

Das Fachforum gegen Häusliche Gewalt, das Mathilden-Hospital, das Klinikum Herford und die Busunternehmen informieren gemeinsam über die Anonyme Spurensicherung im Kreis Herford.

 

„Sexualisierte und häusliche Gewalt sind weit verbreitet. Wie eine repräsentative Studie des Bundesministeriums (BMFSFJ, 2004) zur Gewalt gegen Frauen ergab, haben 40 Prozent der befragten Frauen im Alter zwischen 16 und 85 Jahren körperliche und/oder sexuelle Gewalt seit dem 16. Lebensjahr erlebt.“
Sexuelle Gewalt geschieht innerhalb und außerhalb einer festen Beziehung oder Ehe.
Nach einem sexuellen Übergriff ist die Sicherung von Spuren wichtig, um Täterinnen oder Täter identifizieren und verurteilen zu können. Das Klinikum Herford und das Mathilden-Hospital bieten anonyme und vertrauliche Untersuchungen an. Die Spuren werden gesichert und für insgesamt 10 Jahre ab Volljährigkeit bei der Rechtsmedizin in Münster aufbewahrt. Dadurch haben Opfer die Möglichkeit, eine Strafanzeige zu stellen, wenn sie dazu bereit sind. Die Opfer erlangen die Entscheidungsmacht über die weiteren Abläufe zurück.
Der neue Flyer „Sexuelle Gewalt? Sofort spuren sichern! Später anzeigen“ des Fachforums gegen Häusliche Gewalt informiert über die Anonyme Spurensicherung und welche Möglichkeiten Opfer nach einem Übergriff haben. Der Flyer liegt kreisweit in Beratungsstellen und Institutionen aus.
Ulrike Harder-Möller, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Enger, konnte die örtlichen Busunternehmen BVO und OVG –Bollmeyer für eine Aktion gewinnen: In den Bussen wird mit Plakaten auf die Anonyme Spurensicherung aufmerksam gemacht. Die Plakataktion ist für den April 2017 geplant. „Für diese Unterstützung sind wir sehr dankbar, denn so können wir viele Menschen erreichen.“ findet Gerlinde Krauß-Kohn, Leiterin der Frauenberatungsstelle.
Dadurch soll die Dunkelziffer von Sexualstraftaten gesenkt werden. In Deutschland werden nur fünf Prozent aller Sexualstraftaten angezeigt. Von 100 angezeigten Vergewaltigungen enden durchschnittlich nur 13 mit einer Verurteilung.
Hilfe und Unterstützung erhalten die Opfer bei der Mädchenberatungsstelle von femina vita, der Frauenberatungsstelle Herford e.V., dem Frauenhaus Herford und der Beratungsstelle für Eltern, Jugendliche und Kinder des Kreises Herford.
Das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes NRW unterstützt die regionalen Angebote der anonymen und vertraulichen Spurensicherung nach Vergewaltigung.