HERFORD - aktuell


Erfahrungen fürs LebenHerford -

Gruppe des Elisabeth-von-der-Pfalz-Berufskolleg reist nach Auschwitz

 Überlebte Auschwitz, weil die Mutter ihr Essen zusteckte: Zeitzeugin Lydia erzählt ihre von Auschwitz geprägte Lebensgeschichte. Die Reisegruppe des Elisbeth-von-der-Pfalz-Berufskolleg lauscht gebannt.

Überlebte Auschwitz, weil die Mutter ihr Essen zusteckte: Zeitzeugin Lydia erzählt ihre von Auschwitz geprägte Lebensgeschichte. Die Reisegruppe des Elisbeth-von-der-Pfalz-Berufskolleg lauscht gebannt.

Bei – 15 Grad waren die Führungen durch das Krakauer Ghetto und das Außenlager Auschwitz-Birkenau kein Zuckerschlecken, aber angesichts der schlimmen Verhältnisse zu Zeiten des Vernichtungslagers hielten alle tapfer durch. „Ich fand am heftigsten, dass die Überlebenden nur noch 25 bis 35 Kilo gewogen haben“, sagt Jill aus der Unterstufe der Höheren Berufsfachschule. Jana fand das Krematorium am schlimmsten. „Das ist doch respektlos, da rumzulaufen, wo Leute gestorben sind und verbrannt wurden“, meint sie. 26 Schülerinnen und zwei Schüler mit drei begleitenden Lehrkräften des Elisabeth-von-der-Pfalz-Berufskollegs sind jetzt von einer Studienfahrt nach Krakau und Auschwitz zurückgekehrt.
„Man schätzt den hohen Lebensstandard zu Hause jetzt viel mehr“, findet Jill. Laura freut, dass die klassenübergreifende Gruppe sich durch die gemeinsamen Erlebnisse gut kennen gelernt hat. Wir haben jeden Abend unsere Eindrücke reflektiert und ein Reisetagebuch geführt“, erzählen Mara und Laura. An einem öffentlichen Infoabend am 19. April um 19 Uhr wollen sie in der Schule Bilder zeigen und von ihren Erlebnissen berichten. Neben Eltern und Freunden sind auch Interessierte aus der Öffentlichkeit dazu eingeladen.
„Die Zahlen sind greifbarer, wenn man über das riesige Gelände mit den Baracken geht“, fasst Anna-Lena zusammen. Regine Stelte als begleitende Lehrkraft ergänzt: „Es war dieses Mal sehr aufwändig, die Fördergelder zusammen zu bekommen, aber wenn ich das Erkennen des Unbegreiflichen bei den Schülern und Schülerinnen beobachte, hat sich die Mühe doch gelohnt!“ Das IBB Dortmund und die Stiftung Meilenstein des Kirchenkreises Herford haben die Fahrt zu einem schülererschwinglichen Preis ermöglicht.

Text Monika Heinis, Foto: Regine Stelte