HERFORD - aktuell


Kinospot zur anonymen SpurensicherungHerford -

 Film im Capitol Herford - anonyme Spurensicherung

Haben heute im Capitol den neuen Kinokurzfilm vorgestellt: v.l. Lena Mazurkiewicz (Frauenberatungsstelle Herford), Simona Langenberg (Gelichstellungsbeauftragte Kreis Herford), Christoph Maier (Kino Capitol), Silvia Neldner (Femina Vita), ,Martin Larius (Filmemacher), Dagmar Hemicker und Michael Wagner (Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche Kreis Herford) und Daniela Albrink (Frauenhaus Herford)

 

Im Regelfall wird ein Vergewaltigungsopfer nur dann untersucht, wenn es Anzeige erstattet. Aber genau davor scheuen viele Betroffene zurück. Auch weil der erste Impuls nach einer solchen Tat eher Rückzug und Schutz der Intimsphäre ist. Außerdem findet sexualisierte Gewalt häufig auch im Nahbereich statt und die Opfer scheuen die Reichweite ihrer Entscheidung und eine weitere Stigmatisierung.

So kommt es, dass in Deutschland etwa fünf Prozent aller Sexualstraftaten angezeigt werden und von 100 angezeigten Vergewaltigungen durchschnittlich nur 13 mit einer Verurteilung enden.
Dies soll sich ändern, wünscht sich die örtliche Initiative aus Fachforum gegen häusliche Gewalt und der Arbeitsgemeinschaft gegen sexualisierte Gewalt zur anonymen Spurensicherung. Durch die finanzielle Unterstützung des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung des Landes NRW ist ein Kinospot von 2, 5 Minuten Länge entstanden, der auffordert, sich zunächst in den örtlichen Krankenhäusern untersuchen zu lassen.
„Sowohl der Betreiber des Capitols in Herford als auch des Kinos Lichtblick in Kirchlengern waren sofort bereit, die Filme in ihr Vorprogramm zu integrieren, als sie von der Aktion gehört haben“, freut sich Simona Langenberg, Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Herford. „Auf so offene Türen zu stoßen, ist längst nicht selbstverständlich.


Der Film wird im Zeitraum vom 21.09.2017 bis zum 25.10.2017 im Vorprogramm des Capitols in Herford und ab Ende September auch im Lichtblick in Kirchlengern gezeigt werden. Außerdem kann man den Film ab September auch auf den Internetseiten der örtlichen Beratungsstellen ansehen. „Informationen, die uns emotional berühren, merken wir uns besser und deshalb glauben wir, dass wir mit diesem Film noch mal mehr Menschen erreichen können“, glaubt Dagmar Hemicker, Leiterin der Beratungsstelle für Eltern, Jugendliche und Kinder des Kreises Herford.
Seit etwa einem Jahr bieten das Klinikum Herford und das Mathilden-Hospital im Kreis Herford eine anonyme und vertrauliche Untersuchung nach sexualisierter Gewalt an. Die Spuren werden anschließend bei der Rechtsmedizin in Münster aufbewahrt und nach 10 Jahren vernichtet. Durch das Angebot der Anonymen Spurensicherung haben die Betroffenen Zeit und Ruhe, sich zu überlegen ob sie eine Anzeige erstatten oder nicht.
Hilfe und Unterstützung erhalten die Opfer es bei der Mädchenberatungsstelle von femina vita, der Frauenberatungsstelle Herford e.V., dem Frauenhaus Herford und der Beratungsstelle für Eltern, Jugendliche und Kinder des Kreises Herford.
Der Film ist auch im Internet zu sehen unter: www.larius.de/film-ass-herford.html


Infos zum ASS-Film

Gedreht November 2016 in Bielefeld, Detmold, Münster, Minden
Darstellerin: Isabell Giebeler
Ärztin Herford: Dr. Karolina Biehler, Klinikum Herford
Regie, Kamera, Schnitt, Ton: Martin Larius
Regieassistenz: Anna-Lena Büker
Musik: Kai Engel, Remix/add. Guitar Martin Larius

In Herford initiiert vom Kreis Herford, Gleichstellungsbeauftragte Simona Langenberg.

Ein Kurzfilm, der in Kinos vor dem Hauptfilm gezeigt und auf Youtube u.ä. Kanälen eingesetzt wird, vermittelt die Botschaft, dass Mädchen und Frauen nach einer Vergewaltigung sich zeitnah ärztlich untersuchen lassen sollen; es ist eine Spurensicherung und -aufbewahrung ohne sofortige Anzeige der Tat möglich.
Der Film ist unterteilt in einen allgemeinen und einen personalisierten Teil, in dem speziell auf die Untersuchungsmöglichkeiten in der jeweiligen Stadt, in der der Film gezeigt wird, eingegangen wird. Der Hauptteil erzählt die eigentliche Geschichte ortsunabhängig, der Schlussteil wird für jede Stadt neu gedreht.
Der Hauptteil beginnt in einer Rückwärtsbewegung, zeigt die Hauptdarstellerin in ihrem Bad und auf dem Weg dorthin. Am Wendepunkt geht es von der Rückwärts- 
in eine Vorwärtsbewegung über; die Frau orientiert sich neu. Sie wählt den Weg zum Krankenhaus. Damit wird die Zeitgleichheit der verschiedenen Handlungsmöglichkeiten der Frau visualisiert.
Hier blendet der Film in den für jede Stadt personalisierten Teil über; eine sympathische Frauenärztin spricht das Publikum direkt an, verbalisiert die Botschaft und gibt Hinweise, welche Kliniken in der entsprechenden Stadt die Untersuchungs- und Archivierungsmöglichkeiten anbieten.

Infos zu Martin Larius

Martin Larius, Dipl.-Designer (FH). Lebt und arbeitet in Bielefeld.

In einem Netzwerk aus Gestaltern sind wir spezialisiert auf verschiedene Aspekte der Kommunikation und Außendarstellung. Beginnend mit einem Corporate Design, über moderne Fotografie und Film, Firmenportraits und Imagefilme, Storytelling, Drucksachen und Internet-Auftritten bieten wir verschiedene Tools, um Informationen zu kommunizieren. Wir sind überregional tätig.

Wichtig sind uns maßgeschneiderte Lösungen mit bewussten Entscheidungen. So transportieren wir gezielt Inhalte auf hohem gestalterischen Niveau.

Einer unserer Professoren in Bielefeld, Roland Günter, gab uns mit auf den Weg: »Gestaltung ist das Gegenteil von Beliebigkeit«.

Ausbildung: Studium Fotografie und Grafik-Design in Bielefeld, u.a. bei Prof. Gottfried Jäger und Prof. Gerd Fleischmann.
Seitdem freiberuflich tätig. Freie Fotografie-Projekte wie die Kondensstreifen oder zur Gruppenausstellung Sonntag im Museum der Arbeit, Hamburg.

Martin Larius
Wittekindstraße 10a
33615 Bielefeld
Telefon 0521 32702992
Mobiltelefon 0176 30738038

E-Mail martin@larius.de