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regenerative Energie aus BioabfällenEnger -

Neue Anlage für regenerative Energie aus Bioabfällen für den Kreis Herford

Heute (30.November) fand auf dem Gelände der Firma KOMPOTEC Kompostierungsanlagen GmbH in Enger die Einweihung der neuen Vergärungsanlage für Bioabfälle des Kreises Herford statt. Die schrittweise Inbetriebnahme mit den vollen Mengen Bioabfall wird innerhalb der nächsten Wochen erfolgen.

Einweihung der neuen Kompotec Komposteirungsanlage in Enger

Die getrennt gesammelten Bioabfälle des Kreises Herford werden zukünftig in einer neu errichteten Vergärungsanlage stofflich und energetisch verwertet. Hierfür wurde die bereits vorhandene Kompostierungs- und Umladestation in Enger um eine Vergärungsanlage (Hersteller BEKON) erweitert, die nach dem Prinzip der Trockenfermentation arbeitet und speziell für die Verarbeitung von Küchen- und Gartenabfällen konzipiert ist. Zudem zeichnet sich die Anlage durch eine hohe Betriebsstabilität und Entsorgungssicherheit aus.
Der größte Vorteil des BEKON Systems besteht jedoch in der Energiegewinnung aus ohnehin anfallenden biogenen Abfällen. Die neue Anlage verfügt über eine jährliche Inputkapazität von 8.500 Tonnen Bioabfall, aus der sich ca. 1,1 Mio. m³ Biogas erzeugen lassen. Dieses wird sowohl zur Strom- (1.210.000 kWh/a) als auch zur Wärmeerzeugung (1.200.000 kWh/a) genutzt. Mittels einer entsprechenden Nachbehandlung des Gärrestes – in diesem Falle der Kompostierung – lässt sich außerdem ein nährstoffreicher Qualitätskompost zur Bodenverbesserung herstellen.
„Mit der neuen Abfallbehandlungsanlage im Kreis Herford können die dort anfallenden Bioabfälle zukünftig nicht nur zur Bodenverbesserung durch Herstellung von Humus und Dünger sondern ebenso zur Erzeugung von Energie genutzt werden. So können bilanziell demnächst etwa 350 Haushalte (die Zahl ergibt sich ausgehend von einem Haushaltsverbrauch von 3.500 kWh/a) mit dem Strom aus der BEKON Anlage versorgt werden. Für die Herstellung dieser Menge Strom wären sonst beispielsweise 205.000 m³ Erdgas im Jahr erforderlich gewesen. Im Vergleich zur reinen Kompostierung sind weiterhin Treibhausgaseinsparungen von 1.050 Tonnen CO2-equiv. realisierbar“, erklärt KOMPOTEC-Geschäftsführer Karlgünter Eggersmann.
Im Rahmen der Einweihungsfeier wurden den Politikerinnen und Politikern der Region, Vertretern der Städte- und Gemeinden, den Nachbarn und der Presse die Vorteile der neuen Vergärungsanlage für den Kreis Herford präsentiert. Im Anschluss wurden die Teilnehmer Zeuge einer Fermenter-Erstbefüllung. Kreisdirektor Ralf Heemeier höchstpersönlich fuhr die erste Ladung Bioabfall mit dem Radlader in einen der vier Fermentertunnel. „Die neue Vergärungsanlage der Firma KOMPOTEC ist ein gutes Beispiel für praktizierten Klimaschutz im Kreis Herford. Wir freuen uns, dass so nahezu die Hälfte des Bioabfalls des Kreises durch die Abfallbehandlungsanlage vor Ort vergärt wird. 

Dabei werden 92% des durch die Anlage produzierten Stroms in das WWE-Netz eingebracht, und 8% wiederum zurück in die Biogasanlage“, so Kreisdirektor Ralf Heemeier. (Text und Bild: Katrin Köppen)