HERFORD - aktuell


Signalwirkung beabsichtigtKreis Herford -

Unnatürlich gelb

Signalwirkung eines Pestizid-Verbots durchaus beabsichtigt. Für Lösungsvorschläge offen. Reaktion auf die Kritik des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes.

Die Partei und die Fraktion DIE LINKE im Kreis Herford haben Verständnis für die Aufregung unter den Mitgliedern des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes über das beschlossene Verbot von Herbiziden und Pestiziden, insbesondere Glyphosat.

"Wir freuen uns sehr, dass die Landwirtschaft sich zu diesem Thema gesprächsbereit zeigt und an der Erarbeitung von Lösungen des Problems des Insekten- und Artensterbens mitarbeiten will", so Fabian Stoffel, Kreissprecher und Fraktionsvorsitzender der Linken im Kreistag. Und weiter: "Es muss aber klar sein, dass die Zeit des Einsatzes der nun verbotenen Mittel vorbei ist."

 

Der heutige übermäßige Einsatz von Herbiziden und Pestiziden zerstört Nahrungsgrundlagen in Ökosystemen und gefährdet diese im Ganzen massiv. Ein umfangreiches Insektensterben ist mittlerweile unbestritten, in dessen Folge auch immer mehr Vögel verschwinden. Insbesondere ein Bienensterben wird seit längerem beobachtet und dessen verheerende Folgen gefürchtet. Ausgleichsflächen mit Wildbewuchs gibt es viel zu wenige.

 

Im Fall von Glyphosat sind die Gefahren für den Menschen keinesfalls widerlegt. Sieben von 12 Langzeitstudien zu dem Mittel weisen positive Krebsbefunde auf. Die Einstufung durch die WHO als "wahrscheinlich krebserregend" schließt sich dem an. Zu der harmloseren Einstufung durch deutsche Behörden ist es wohl auch durch starken Einfluss der Chemielobby gekommen.
Die Abhängigkeit von solchen Mitteln in der Landwirtschaft ergibt sich erst durch die heutige industrielle Landwirtschaft, die auf riesige Monokulturen setzt.

 

DIE LINKE fordert daher eine nachhaltige Landwirtschaft und steht zu dem Verbot von Herbiziden und Pestiziden auf kommunalen Flächen. Wir erhoffen uns eine Signalwirkung von diesen Beschlüssen auf Privatleute und eine breite gesellschaftliche Debatte.